Auf unsere letzte Ausgabe der Moin Bönebüttel erreichten uns verschiedene Rückmeldungen – darunter auch kritische Stimmen. Diesen Dialog schätzen wir sehr.
Ein zentraler Punkt der Kritik bezog sich auf den Eindruck, wir würden in unserer Berichterstattung Werbung für Wärmepumpen betreiben – und damit das geplante Wärmenetz nicht ausreichend unterstützen. Diesen Einwand nehmen wir ernst und möchten die Gelegenheit nutzen, um Klarheit zu schaffen:
Wir sind uns bewusst, dass das Thema Wärme in unserer Gemeinde ein sehr umstrittenes wie leidenschaftliches Thema ist. Es kommen viele Interessen zusammen, die nicht unter einen Hut zu bringen sein werden. Schon auf der Versammlung im Herbst wurde das in den Zwischen- und Nachgesprächen sehr deutlich: Die Bandbreite ist enorm und das Thema komplex.
Ein paar lose Gedanken zu den verschiedenen Interessen/Perspektiven aus unserer Sicht:
- Rund 90 Haushalte hängen derzeit am bestehenden Wärmenetz, dessen Betrieb ab 2029 eingestellt werden müsste, falls sich keine neue Lösung findet.
- Andere brauchen kurzfristig eine Entscheidung, weil ihre Heizung schon heute nicht mehr zuverlässig läuft.
- Einwohner*innen entlang der B430 und südlich derer sind aus dem jetzigen Konzept außen vorgelassen. Wir hätten uns gewünscht, dass auch sie jetzt in eine Lösung mit einbezogen werden würden. Derzeit haben sie kein in Aussicht gestelltes Wärmenetz und finden sich in den anderen Punkten vermutlich wieder.
- Wieder andere blicken vor allem auf die Kosten – etwa den steigenden CO₂-Preis, der fossile Heizungen zeitnah deutlich teurer machen wird.
- Dazu kommen viele weitere Fragen: Welche Alternativen gibt es ohne Anschluss an ein Wärmenetz? Welche Lösung passt langfristig zu meinem Haus (hier sprechen wir von Solar / Dynamischen Strompreis und anderen technischen Lösungen)? Welche Förderungen sind künftig zu erwarten? Und wie entwickeln sich die laufenden Kosten verschiedener Systeme? Wie starr ist die Preisgestaltung im Wärmenetz vs. Anderen Energieträgern und die eigenen Einflussmöglichkeiten darauf.
Mit Sicherheit gibt es weitere Punkte, die diese Liste ergänzen würden.
Natürlich wissen wir um die Chancen eines Wärmenetzes und wissen auch, wie andere Kommunen an dieses Thema herangegangen sind. Und wir wissen auf der anderen Seite um die Möglichkeiten anderer Methoden zur Wärmegewinnung. Am Ende hat jede Lösung seine Vor- und Nachteile und jede*r muss selbst entscheiden, welchen Weg er oder sie gehen möchte. Daher haben wir es bewusst offengelassen und weder das eine noch das andere „beworben“, aber dennoch unsere Themen angesprochen, um zu informieren. Denn uns ist der Blick auf die gesamte Gemeinde wichtig.
Der informative Beitrag über den Wechsel von Öl zu Strom war und ist nicht als Werbung geplant. Er dient der Information, die schon seit dem Spätsommer vorlag und zeigt vor allem, wie ein Wechsel zu einem anderen Energieträger funktioniert. Ein Hinweis auf die mögliche Förderung vervollständigt den Beitrag nur, um auch in diesem Bereich eine Transparenz zu schaffen. Aus den Medien ist zu erfahren, dass die Bundesregierung kein Freund dieser Technik ist und daher ist unklar, wie lange es noch eine Förderung gibt, bevor Bürger*innen mit den Kosten allein gelassen werden.
Einen weiteren Beitrag über Wärmepumpen und den Betrieb dieser haben wir bewusst nicht abgedruckt. Darüber hinaus wurde die Zeitung nach den Gesprächen mit Engie verteilt, die am 29. Januar endeten.
Zum Schluss: Transparenz und Austausch ist uns wichtig – gerade dann, wenn es kritische Meinungen zu unserer ehrenamtlichen Arbeit gibt und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch.
Die Dorfgrünen